Vergleich: SnapBridge oder doch Unleashed?

SnapBridge

Unlängst las ich in einem Forum einige Postings, in denen zur Steuerung von Nikon Kameras die App “SnapBridge” empfohlen wurde. SnapBridge Apps für Android und iOS werden von Nikon kostenlos zur Verfügung gestellt und funktionieren mit den meisten aktuellen Kameramodellen, leider nicht mit allen Digitalkameras von Nikon. SnapBridge verwendet WLAN zur Kamerasteuerung und Low Energy Bluetooth zur Bildübertragung. Bluetooth also recht sparsam, aber WLAN säuft.

Ich habe SnapBridge früher gerne verwendet, wiewohl die Verbindung SnapBridge <-> Kamera(s) unter iOS nicht immer stabil war und dem Nervenkostüm schon einiges abverlangen konnte. Für mich das Beste an SnapBridge: die Möglichkeit zur Übertragung der JPEGs zum Handy. Nicht in voller Größe, das wäre doch eine Überforderung des Handyakkus. Aber mit 2MB reicht die Größe zum Einstellen in sozialen Medien oder zur Weitergabe per Mail oder MMS.

Nachteile gab es leider reichlich: Das Verbinden mehrerer Kameras (nacheinander) mittels SnapBridge war meist ein Drama: Die App konnte sich an so manche Kamera bereits am nächsten Tag nicht mehr wirklich erinnern. “Kamerademenz”? Die Möglichkeiten, die SnapBridge zur Fernsteuerung bot, waren mäßig, die Übertragung von GPS-Daten hingegen “abwechslungsreich”. Ich war also gezwungen, einen separaten GPS-Tracker zu verwenden, um Bilder sinnvoll und sicher zu verorten. Die Dauer zur Wiederherstellung einer neuen SnapBridge-Verbindung nach Ausschalten war nur etwas für starke Nerven.

Vorteil gab es über die JPEG-Übertragung hinaus noch einen: Es war und ist keine weitere Hard- oder Software nötig. Das kann für manche Benutzer das hakelige Handling vielleicht ausgleichen. Ich aber brauche Schnelligkeit und Zuverlässigkeit. Mit der Zeit habe ich daher zur Schonung meiner Nerven auf SnapBridge fast vollständig verzichtet. Selten verwende ich die App noch zum Übertragen der JPEGs.

Eine Sache wäre aber noch anzumerken: Angeblich soll SnapBridge unter Android mittlerweile ganz gut funktionieren. Bei der iOS-Ausführung zwickt es allerdings nach Aussagen von iPhone-Anwendern immer noch unter den Achseln.

Unleashed

Und dann kam der Tag, an dem ich einen Fernauslöser brauchte und nicht an SnapBridge dachte. Einen Fernauslöser sollte aber auch mein GPS-Tracker (Solmeta Geotagger GMAX) locker beherrschen. Ich wusste noch, wie der des Vorgängermodells funktionierte. Wunderbar. Vergessen hatte ich aber, wie das aktuelle Modell diesbezüglich zu bedienen wäre. Ich fragte daher Volker vulgo waldgott, einen User des oben erwähnten Forums, um Rat. Er verwendet(e) dasselbe GPS-Tracker-Modell wie ich. Auf meine Frage hin ließ er mich wissen, dass er schon einige Zeit lang für die Fernsteuerung seiner Kameras ein Produkt namens “Unleashed” verwende. Im Übrigen auch für die Eintragung von GPS-Daten.

Ich habe mir Unleashed also angesehen. Und ich war verblüfft. Okay, ohne Hardware geht es bei Unleashed nicht, nur die App fürs Handy ist gratis. Aber Unleashed, von mir in Aktion um je 99,- erworben, ist für Nikon-Kameras unfassbar klein. Deshalb wurde er von meiner Liebsten und mir mittlerweile liebevoll “Knubbel” getauft. Kein Vergleich mit meinem Geotagger GMAX von Solmeta, der wie ein Felsbrocken auf den Kameras thront. Unleashed für Nikon-Kameras ist etwa so groß wie der Fingernagel meines Zeigefingers und nur unwesentlich dicker.

Unleashed, der kleine Knubbel

Die Ausführung für Canon ist dann “ein wenig” größer, mir aber egal. Je ein Knubbel stecken seither in meiner Z 6 und meiner Z 7. Dauerhaft, denn es braucht selbst im Vollbetrieb nur ganz wenig Strom. Low Energy Bluetooth eben. Bombenfeste Verbindung Kamera <-> Handy. Und ist, wenn die App im Hintergrund läuft, auch nach Ausschalten oder Standby der Kamera blitzschnell wieder da, sobald der Auslöser aktiviert wird.

Und was macht die Unleashed App aus dem Knubbel? Ich erspar mir eine langwierige Auflistung an Fähigkeiten, verlinke lieber zur Webseite des Herstellers Foolography:

IMittlerweile habe ich keine Angst mehr, mit dem großen GPS-Tracker auf der Kamera irgendwo hängenzubleiben – und ich bin schneller aufnahmebereit. Der Knubbel verbleibt an der Kamera, wenn ich sie in den Koffer lege. Ich habe GPS-Daten und komplette Kamerafernsteuerung nahezu aller Kamera-Funktionen in jedem Betriebsmodus mit dem Miniteil bzw. Handy. Und ich kann auch Timelapse oder HDR-Bildfolgen etc. nebenbei mitnehmen, wenn ich denn will.

Um Farkas zu zitieren, empfehlen: „Schau’n Sie sich das an!“