ULP – oder sollte ich lieber sagen UMPF?

ULP. „Unsere Liebe Post.“

Ja, manche zahlen fürs Kabarett. Aber es geht einfacher und fast kostenlos. Ruf mal bei der Post an! Begehre Auskunft!

MHAL, also Meine HerzAllerLiebste, wollte eine schlichte Auskunft. Von der Österreichischen Post. Sie wollte die Kosten für einer Nachnahme eruieren. „Nachnahme“ nennt man in Österreich den Vorgang, Geld für Ware erst bei Übergabe (also „nach“ An“nahme“) zu bezahlen. Daraufhin wird der erhaltene Betrag an den Versender übermittelt.

Was brauchen wir zur Ermittlung der Kosten? Eine Webseite mit einem Tarifrechner? Nein, nicht bei ULP. Dort kannst du Versandkosten im Web berechnen, aber keine Nachnahmekosten. Blöd gelaufen, weil der Nachnahmebetrag auch die Versandkosten und die Gebühr für die Dienstleistung, die Nachnahme selbst, enthalten muss. Außerdem sollte der Empfänger wissen, wieviel Geld er für die Übernahme der Sendung bereitzuhalten hat.

Per Web sind die Kosten nicht zu ermitteln, aber wozu gibt es Telefon?

Es meldet sich ein Call Center mit deutschem Zungenschlag. Da fühlt man sich als Ösi gleich richtig angesprochen. Die Weiterleitung an eine andere Dame ändert nichts, das Call Center scheint tatsächlich nicht in Österreich beheimatet.

Guten Tag!

Was denn die Nachnahmegebühr für ein Paket ausmache?

Das hängt davon ab.

Möglicherweise steht das Call Center doch in Österreich.

Da bräuchten wir die Paketmaße, das Gewicht und den Wert der Sendung.

Ja, kein Problem, haben wir alles. Paket hat Größe S (aus der Post-Versandtabelle), unter 2kg, der Wert der zu versendenden Schuhe beträgt 30 Euro. Alles da, so wie von der Post bei Versand gewünscht. Wie denn nun der Nachnahmebetrag wäre?

Das finden Sie alles im Tarifrechner der Post, online.

Na eben nicht, sonst würde meine Liebste nicht anrufen. Ein Anruf bei ULP ist allemal viel mühsamer als der Tarifrechner der Österreichischen Post. Die Dame glaubt das nicht. Das mit dem Nicht-Finden. Bevor die Lage eskaliert, kriegt sie gerade noch die Kurve.

Ich gehe das mit Ihnen jetzt online durch.

Wir gehen „das“ online durch und finden keine Angaben. Wir, also auch die Call Center-Mitarbeiterin, finden nicht. Also, was jetzt? Was macht die Nachnahmegebühr aus?

Das hängt davon ab.

Waren wir an diesem Punkt nicht schon mal?

Das ist nicht so einfach. Das hängt von den Paketmaßen, dem Gewicht und dem Wert ab.

Na, das ist jetzt aber ganz neu. Nur sind diese Angaben schließlich alle bekannt. Auch bereits jetzt, bei diesem Anruf, übermittelt.

Es tut mir leid, ich kann das auch nicht eruieren, Sie erfahren die Nachnahmegebühr aber ohnehin am Post-Schalter.

Ja, zu spät, um am Schalter den Paketwert richtig zu beziffern, der wiederum die Nachnahmegebühr beinhalten muss. Und auch zu spät ihn vorher der Empfängerin mitteilen zu können, damit sich diese für oder gegen einen Kauf mit Nachnahme oder Vorauszahlung entscheiden kann. Vor Versand selbstverständlich.

Am Schalter war das tatsächlich kein Problem. Hingehen, das Paket abliefern und fragen. Ein Druck auf eine Taste und sofort war klar, die Nachnahmegebühr beträgt EUR 3,50. Andererseits kann die Schalterbeamtin den Namen meiner Liebsten nicht mal von einer Visitkarte richtig abschreiben, aber wir sind Kummer gewohnt.

Die Frage, warum denn das nicht online oder am Telefon möglich wäre, hinterlässt die Schalterbeamtin ratlos und mit einem Kopfschütteln ob der telefonischen Reaktion.

Aber wozu gibt es Telefon? Hatten wir die Frage nicht schon einmal?