Usertreffen des NF Clubs in Augsburg

Augsburg ist eine Reise wert

Ein üblicher Urlaub war in diesem Jahr nicht mehr drin. Aber ein Usertreffen mit mir bislang noch nicht persönlich bekannten Forums-Fotografen aus dem NF Club (vormals Nikon Club), einem meinerseits gerne genutzen Forum, reizte mich schon beträchtlich. Immerhin hatte man das Treffen nach Augsburg verlegt, um auch mir und meiner Liebsten die lange Anfahrt zu verkürzen. Der User Pattebaer hatte organisiert und eine nette Runde an Fotograf(inn)en hatte sich angesagt. Da konnten wir nicht zurückstehen.

Ja, die Anfahrt war ein wenig mühsam. Mir war am Tag vor unserer Abfahrt ein minimaler Druckverlust im linken Vorderreifen aufgefallen. Eine Prüfung Freitag abends zeigte: Ich hatte recht, 0,2 bar weniger als rechts. Nun, wenn ich schon dabei bin… Öha! Im linken Hinterreifen lag der gemessene Druck bei 1,4 bar, normalerweise waren da 2,6 drin. Eh klar, Freitag Abend. Abfahrt für Samstag sechs Uhr morgens. Unwahrscheinlich, dass da ein Reifenhändler für uns offen halten würde.

Am Samstag um 6 Uhr geht es trotzdem los. Ich prüfe nochmals den Druck an einer Tankstelle in der Hadikgasse, direkt an der Westausfahrt von Wien. 2,2 bar. Ahem. Noch ein bisserl nachpumpen. Next Stop Wels, da würden wir notfalls einen Reifenspezialisten finden können. Der Druck ist auch in Wels noch annehmbar, also weiter nach Augsburg. Dort würde uns etwas einfallen müssen…

Ankunft

Wen treffen wir in Augsburg? Roland (Pattebaer) lebt vor Ort, Michael (Beuteltier) ebenfalls, Peter (Thevenin) wohnt überhaupt nur 150m von unserem Hotel entfernt. Das Dorint, unsere Wohnadresse für die nächsten Tage, wird übrigens auch „Maiskolben“ genannt. Warum wohl?

Hotel Dorint Augsburg

Der erste Ortsfremde, der in unserem Hotel eintrifft, ist allerdings Schweizer – Peter (Healy), Samstag mittags erreichen dann Christa (meine Liebste) und ich die kleine Runde. Mit Schraube im Reifenprofil, aber dazu später. Hans (HaHa) ist der nächste, gleich darauf Michael. Volker (gottwavo) und Edith (seine Frau) wollten um 14 Uhr zu uns stoßen. Wollten, aber der Autogott will nicht -, Megastau auf der Autobahn. Um 15 Uhr sind wir endlich vollzählig. Erstes Beschnuppern und los. Ich kann euch nur sagen: Die, die es nicht nach Augsburg geschafft haben, dürfen sich ein Scherzerl vom Allerwertesten abbeißen.

Ist schon mal Klasse, einen ortskundigen Führer zu haben. Noch besser, wenn der nicht nur die Geschichte der Stadt kennt, sondern sie auch interessant vermitteln kann. Aber was wären all die Erzählungen ohne Fotos?

Den ersten Nachmittag verbringen wir in der Innenstadt, im Bereich zwischen Anna- und Maximilianstraße. Zunächst bringt uns die Straßenbahnlinie 1 ins Zentrum. Da springt sofort das mächtige Weberhaus ins Auge, das Zunfthaus der einstmals bestimmenden Zünfte Augsburgs.

Das Weberhaus, das Zunfthaus der Weber, die einst die Stadt prägten

Und ja, wie du auf dem Bild gut erkennen kannst: Hochspannungsleitungen gibt es in Augsburg reichlich. Ich fühle mich schon fast wie in San Francisco.

Die Fugger

Kurz ein bisserl Background: Die Fugger waren im sechzehnten Jhdt. das wirtschaftlich bestimmende Geschlecht Europas. Sie lebten seit der Einwanderung Hans Fuggers 1367 in Augsburg. Nach Hans Fugger spaltete sich die Familie in zwei Linien: Andreas Fugger (1394/95–1457/58), der Stammvater der „Fugger vom Reh“, sowie Jakob Fugger der Ältere (nach 1398–1469), der Stammvater der „Fugger von der Lilie“ waren beide Söhne des Hans Fugger. Heute ist fast immer nur der Zweig von der „Lilie“ gemeint, wenn von den Fuggern gesprochen wird. Diese Familienlinie war in der ersten Hälfte des 16. Jhdts. außerordentlich erfolgreich und mächtig. Die Fugger überzogen Europa mit einem dichten Netz an Handelshäusern, der Name Fugger wurde europaweit zu einem Synonym für Reichtum.

Die Fuggerhäuser (nicht zu verwechseln mit der Fuggerei) an der Maximilianstraße ließen Jakob Fugger, „der Reiche“ und nachkommende Fugger ab 1512 errichten. Bis 1515 entstand der im Stil der italienischen Renaissance gestaltete Damenhof, der schönste der vier Innenhöfe. Die Badstuben, zwei Sammlungskabinette im Trakt am Zeugplatz, sind einzigartige Denkmäler damaliger Baukunst.

Das Tor zum Damenhof

Fremdenführerin in der Bauzeit in entprechender Kleidung.

Führung im Renaissance-Kostüm

Die Fürst Fugger Privatbank zeigte und zeigt noch heute schon nach außen den Reichtum der Fugger.

Fürst Fugger Privatbank

In einem der Höfe gibt es bei unserem Besuch Renaissance-Musik.

Renaissance-Musik im Innenhof

Die Zuhörer sind sichtlich ergriffen.

Aufmerksame Zuhörer

Das Schaetzlerpalais

Nachher geht es ins Schaezlerpalais, wo wir den Garten bewundern. Wir kaufen Karten für die Ausstellung und betreten das Stiegenhaus, fotografieren. Als wir das obere Stockwerk mit der Ausstellung erreichen, meinte eine ziemlich große Dame mit deutlichem Akzent:

Keine Fotos veröffentlichen! Internet – nein, Drucken – nein. Fotografieren ja, aber nur auf dem eigenen Rechner ansehen.

Ich bin begeistert. Wozu habe ich eine Eintrittskarte gekauft? Wir alle hatten unübersehbare Kameras in Händen. Eine größere Dichte an Nikon D800 hat Augsburg noch nie gesehen, da bin ich sicher.

Kurze Diskussion in der Gruppe, verschiedene Meinungen von „Wurscht, interessiert mich nicht.“ bis „Nun ja, das ist aber schade, aber Kunstwerke können schon mal dem Vervielfältigungsverbot unterliegen.“ Okay, das verstehe ich. Ich mache kehrt und frage nochmal konkret nach. „Keine Bilder, keine Skulpturen. Aber Türschnalle, Türrahmen?“. Antwort ist klar und nicht zu missverstehen:

Keine Türschnalle, keine Schraube. Kein Internet! Ist das klar?

Ja, blöde bin ich noch nicht.

Ich mache kehrt, um mich beim Kartenverkauf schlau zu machen.

Natürlich dürfen Sie fotografieren. Aber nur ohne Blitz.

Blitz brauche ich nicht, kein Problem. Aber wer sagt das dem Zerberus einen Stock höher? „Ich kann das nicht, aber unser Portier ist heute hier Chef, fragen Sie den.“ Nun, schließlich habe ich bezahlt und sowieso nichts zu tun. Die Antwort besteht in einem Zettel mit einem Namen und einer Telefonnummer. Dort werden Sie geholfen – sozusagen.

Ich greife zum Telefon. „Nein, heute nicht. Morgen auch nicht, da ist Feiertag, aber wahrscheinlich ab Mittwoch.“ Das hilft mir weiter. Also deshalb keine Bilder von mir aus den Ausstellungsräumen.

Die Aufklärung

Es wird Donnerstag, wir sind bereits wieder in Wien. Ich greife zum Telefon. Herr Dr. Grabach ist mehr oder weniger Herr über Augsburgs Kunstschätze. Es hebt niemand ab. Nun gut, als gelernter Österreicher ist man gewohnt, bei Behörden selten jemanden zu erreichen. Ich versuche es freitags nochmals. Keiner hebt ab.

Fünf Minuten später DIE Überraschung schlechthin: Herr Dr. Grabach ruft mich zurück. Für unsereinen ist das wie Ostern, Weihnachten und Geburtstag an einem Tag. Unfassbar. Da könnte sich unsere Beamten ein paar Scheiben gleichzeitig abschneiden. Werden sie aber nicht, soweit kenne ich unsere Pappenheimer.

Das Gespräch ist ausnehmend nett und freundlich. Herr Dr. Grabach entschuldigt sich gleich mehrfach und fragt, wie er denn nun den Schaden ausgleichen könne. Im Schaezerpalais dürfe man fotografieren, aber nur ohne Blitz und ohne Stativ. Für private Zwecke ohne weitere Erlaubnis. Auch veröffentlichen dürfe man. Für kommerzielle Zwecke wäre eine spezielle Bewilligung nötig, die aber in der Regel auch, meist sogar kostenlos, erteilt würde. Man wüsste dann eben gerne, wer fotografiere und wo die Bilder erscheinen sollten.

Nach dem Austausch weiterer Freundlich- und nicht zu sagen „Herzlichkeiten“ verabschieden wir uns voneinander. Ich denke, ich werde Herrn Dr. Grabach mal aufsuchen, sollte ich wieder nach Augsburg kommen. Die Stadt ist einen weiteren Besuch jederzeit wert.

Der Abend

Schaezlerpalais ist also für mich an diesem Tag gegessen, wiewohl wir erst abends in der  „Kälberhalle“ so richtig abgefüttert wurden. Zuvor hatten wir noch Hans („Alles unter 200m ist für mich ein Weitwinkel.“) beim Hotel vergessen. Echt, trotz Durchzählens. Schande über uns! Ein Bier machte es wieder gut.

Wenden wir uns dem interessanten Programm des nächsten Tages zu. Zuvor aber noch ein paar Bilder von diesem interessanten Vormittag:

Bahnpark Augsburg

In Augsburg, südlich vom Hauptbahnhof, gibt es ein Werksgelände der Deutschen Bahn, auf dem um 1906 von der Königlich Bayerische Staatsbahn zwei Lokschuppen mit Drehscheiben errichtet wurden. Werkstätten, Reinigungsanlagen, Radsatzausbesserungswerk und Unterkünfte für das Lokpersonal ergänzten die Anlage, die auch die für Augsburg verheerenden Bombenangriffe gegen Ende des Zweiten Weltkriegs relativ unbeschadet überstand. Die Deutsche Bahn nutzte das Gelände noch bis 1990, seit 1996 stehen die Ringlokschuppen unter Denkmalschutz. Am 17. Oktober 2008 übertrug die Deutsche Bahn das Eigentum an die Stiftung Bahnpark, die von Bahn-Liebhabern derzeit mehr schlecht als recht am Leben gehalten wird.

„Mehr schlecht als recht“ bezieht sich ausdrücklich auf die finanzielle Lage, denn Geld für Erhaltungsarbeiten ist auch dann erforderlich, wenn die meisten Unterstützer Freizeit und Arbeitskraft unentgeltlich bereitstellen. Also mache ich hier mal eine Ausnahme. Wer helfen möchte, sei herzlich dazu eingeladen: Hier geht’s lang, ein Klick genügt.

Wir treten ein.

Eingang in die erste Halle des Bahnparks Augsburg

Wie liebevoll Gebäude und Loks mit den zur Verfügung stehenden kargen Mitteln erhalten und gepflegt werden, sehen wir sofort.

Nicht nur, dass an einigen Loks mit ungemein viel Herz gewerkelt wird, nicht nur dass der uns begleitende Führer trotz fortgeschrittenen Alters leuchtende Augen hat, als er von Details aus früheren Tagen berichtete. Der Unterschied im Zustand zwischen dem Bahnpark und den noch im Eigentum der Bahn stehenden Gebäuden und Loks  in unmittelbarer Nähe zeigt, wie schnell der Zahn der Zeit nagt, wenn man sich ihm nicht vehement entgegenstemmt.

Gut, andererseits, man kennt mich schließlich:

Gebt mir zerfallendes Gemäuer!

Bahngemäuer, zerfallend

Ein Blick in die Vergangenheit

Lok, zerbröselnd

Aber mal ehrlich: Sooo müsste das nicht immer aussehen.

Spielwiese für die großen Buben

Aber da war doch noch etwas. Ja, die Modellbahn(en)! In einer der Hallen ist eine Modellbahnanlage – nein, noch immer viel zu groß fürs Wohnzimmer – installiert. Die Modellbahn ist in Spur G (Nenngröße II) ausgeführt und weist eine Spurweite von 45mm auf. Spur G wird wegen des relativ großen Platzbedarfes hauptsächlich bei Gartenbahnen verwendet.

Derzeit liegen dort, im Bahnpark Augsburg, etwa 500m Geleise auf zwei Ebenen. Zirka 100 Loks, 11 Triebwagen und 380 Wagen, teils in Sonderlackierung, beleben die Anlage, die im Übrigen vollständig digital gesteuert ist.

Draußen, auf dem Gelände, fallen mir noch andere Gleise auf, die keine erwachsene Lok tragen könnten. Dort fährt zu besonderen Anlässen die Mini-Bahn.

Hier noch weitere Bilder von Bahnpark Augsburg:

Augsburg bei Nacht

Wir starteten nach einem üppigen Abendessen im Ratskeller, gleich unterhalb des Rathauses in der Oberstadt. Ah, da sollte ich vielleicht doch ein wenig ausholen:

Augsburgs Altstadt ist flächenmäßig eine der größten Deutschlands. Sie gliedert sich in eine Oberstadt, die durch eine markante Hangkante von der Unterstadt getrennt wird. Die sprachliche Trennung in eine „Ober-“ und „Unter“stadt hat aber nicht nur geografische Gründe: Oberstadt – Oberschicht, Unterstadt – gemeines Volk, you understand?

Die Oberstadt kennt breite Straßen und offene Plätze, die Unterstadt wiederum bezaubert durch ihre vielen kleinen Gässchen und die unglaublich vielen Kanäle, die früher Gerbern, Färbern und Webern als Energieadern dienten und auch die Mühlen betrieben.

Die Kanäle in Augsburg werden erstmals im Augsburger Stadtrecht von 1276 erwähnt, dürften die Stadt aber schon seit dem 8. Jhdt. mit Wasser versorgen. Sie werden hauptsächlich von den Flüssen Lech und Wertach sowie aus der Singold und aus einigen Quellwasserbächen gespeist. Das Netz der Wasserläufe im Stadtgebiet ist zu überblicken. Fast 200 Kilometer an Flüssen, Bächen und Kanälen schlängeln sich durch Augsburg. Wo viele Kanäle, dort viele Brücken. Augsburg hat etwa 530 und damit deutlich mehr als Venedig. Da schaust, gell?

Eher Unterstadt

Unsere Führung durch die Augsburger Nacht begann also in der Oberstadt, führte uns über eine Treppe aber schnurstracks in die dunklen Gassen der Unterstadt. Dunkel ist relativ, vor allem für Fotografen; in Augsburg heißt „dunkel“ vorwiegend von orangefarbigem Licht beschienen.

Augsburs Oberstadt bei Nacht

Augsburg bei Nacht

Augsburg bei Nacht

Augsburg bei Nacht

Augsburg bei Nacht bietet aber auch das richtige Ambiente für schauerliche Geschichten rund um den Beruf des Henkers: Scharfrichter war ein Beruf mit zwei Seiten. Er beherrschte nicht nur die Folterinstrumente und das Richtschwert. Henker und ihre Frauen hatten auch medizinische Kenntnisse, konnten Gelenke (z.B. nach der Folter) wieder einrenken und Kräutermischungen herstellen. Auch Abtreibung gehörte zum Geschäft. Ein Geschäft, das über Jahrhunderte geächtet war. So blieben die Henkersfamilien immer unter sich. Kind eines Scharfrichters zu sein, bedeutete fast immer, selbst Scharfrichter zu werden oder einen Henker zu heiraten.

Die Jugend ist mit solchen Geschichten nicht zu beeindrucken. Da hat das Smartphone schon deutlich mehr Wichtigkeit.

Ein alltägliches Bild: Jugend mit Smartphone

Nach vielen Umwegen und hundert interessanten Erzählungen landeten wir beim Perlachturm, einem Turm mit toller Aussicht über die Stadt, der 989 ursprünglich als Wachturm erbaut wurde. Der Perlachturm wurde während der letzten tausend Jahre viele Male umgebaut. Sein heutiges Erscheinungsbild verdankt er dem Neubau des Augsburger Rathauses in den Jahren 1612 bis 1618. Im Zuge der Bauarbeiten wurde er vom bekannten Stadtbaumeister Elias Holl an das Ensemble angepasst. Heute dient er auch für Treppenläufe; der Rekord liegt derzeit bei 48 Sekunden. Wie sich die Zeiten ändern. Übrigens: Von unserer Truppe hat den Rekord keiner gebrochen.

Nach der Tour waren wir um viele schöne Ansichten und viel Wissen reicher, aber rechtschaffen müde. Die Straßenbahn brachte uns wieder zum Hotel, das sich in dieser Nacht auch kaum mehr auf den Beinen halten konnte. Die Aufnahme ist nur deswegen ein leicht verwackelt.

Hotel Dorint bei Nacht

Hier noch ein paar Eindrücke aus dieser lehrreichen Führung:

Eine rostige Schraube und das Ulrichsviertel

Kein direkter Zusammenhang, aber immerhin: Christa und ich müssen uns unserem Reifenproblem widmen; irgendwie wollen wir doch auch wieder nach Hause kommen. Regen war angesagt, die Sonne scheint. Prächtiges Fotowetter. Metereologen sind doch auf der ganzen Welt gleich.

Wir machen uns auf zu einer Citroen-Werkstatt. Ich vermutete das Reifenventil als Verursacher des Druckverlustes. Zumindest hoffe ich es. Der Mensch denkt und Gott lenkt: Eine rostige Schraube hatte sich, offenbar bereits vor der Abfahrt in Wien, ins Reifenprofil verbissen. Kaum zu sehen, aber ausreichend. Keine Reparatur möglich, weil Reifen für mehr als 210km/h zugelassen.

Zwei neue Hinterreifen? Au weia! Keine passenden lagernd, die Bestellung ginge sich bis morgen aus. Ginge, geht aber nicht, weil morgen, am 3. Oktober, Feiertag in Deutschland. Tag der deutschen Einheit. Arbeitsfrei. Mist aber auch! Also Reservereifen montieren. Damit kommen wir wenigstens wieder bis Wien.

Die Fuggerei

Derweil waren die anderen im „Hohen Dom Augsburg“ und in der Fuggerei, die wir so gar nicht versäumen hätten wollen

Die Fuggerei war zur Zeit der Erichtung ein bahnbrechendes Projekt. Sie ist heute die älteste bestehende Sozialsiedlung der Welt. Vergiss bei der Beurteilung des Folgenden aber nicht: Es war die Zeit, in der (reiche) Sündige sich den Ablass der Sünden auch erkaufen konnten.

Die Fuggerei, eine Reihenhaussiedlung für Bedürftige, stiftete Jakob Fugger „der Reiche“ 1521.Bedingung, um dort nahezu mietfrei wohnen zu dürfen, war allerdings, täglich ein Vaterunser, ein Glaubensbekenntnis und ein Ave Maria für den Stifter der Siedlung und die Stifterfamilie Fugger zu sprechen. Jakob Fugger ließ also für sich beten, um sich einen Platz im Himmel zu sichern.

Noch heute wohnen in den 140 Wohnungen der 67 Häuser 150 bedürftige katholische Augsburger. Die Jahres(!)miete beträgt derzeit 0,88 Euro. Energie- und Heizkosten sind separat zu bezahlen. Auch heute gilt: Wer dort nahezu kostenlos wohnen will, muss dafür täglich einmal ein Vaterunser, ein Glaubensbekenntnis und ein Ave Maria für den Stifter und die Stifterfamilie Fugger beten.

Den Reichtum der Fugger zeigt auch: Bis heute wird die Sozialsiedlung aus dem Stiftungsvermögen Jakob Fuggers erhalten. Das musst du mal leisten können!

Der Dom hingegen ist die Hauptkirche der Diözese Augsburg wird auch Hoher Dom bzw. als Hohe Domkirche Mariä Heimsuchung  bezeichnet und ist gleichzeitig Stadtpfarrkirche der Dompfarrei Zum Heiligsten Herzen Jesu. Der Dom beherbergt den ältesten Glasfensterzyklus der Welt. Prächtig, aber sehen wir heute, wie auch die Fuggerei, leider nicht selbst.

Das Ulrichsviertel

Meine Liebste und ich stoßen später zur Gruppe, gerade noch rechtzeitig, um in der Innenstadt das Ulrichsviertel mit der Ulrichskirche zu besuchen.

Ulrichskirche

Eigentlich sind es zwei Kirchen, eine mächtige und eine deutlich kleinere, schlichtere, die baulich und kirchenrechtlich eine Einheit bilden: Die „Basilika St. Ulrich und Afra“ ist eine katholische Stadtpfarrkirche und mit ihrem Turm weithin sichtbares Wahrzeichen der südlichen Altstadt Augsburgs.

Imposantes Hauptschiff der ZUlrichskirche mit Altar

Glasfenster unterhalb der Orgel

Jesusstatue in der Ulrichskirche

In der Kirche befinden sich auch Sarkophage mit den Gebeinen der Heiligen Ulrich, Afra und Simpertus.

Die Gebeine einiger Heiliger ruhen in bzw. unter der Ulrichskirche

Auch nicht unwichtig: Roland erklärt Christa die statischen Feinheiten der Ulrichskirche.

Roland erklärt Christa die Statik der Ulrichskirche

Und hier noch ein bisschen Material von und aus der Kirche, aber auch vom anschließenden Fußmarsch nach „Hause“:

Danach verabschiedet sich ein Großteil der Truppe Richtung Heimat, Volker, Edith und wir beide bleiben noch.

Lisa und der Botanische Garten

Hier gibt es einen Zusammenhang: Roland hatte für den Nachmittag den Besuch des Botanischen Gartens vorgesehen. Ein Model, einige Reflektoren und ein paar gute Ratschläge sollten uns begleiten. Leider begleiten uns auch Wolken, die sich bereits am späten Vormittag wichtig gemacht hatten. Als wir beim Botanischen Garten einlangen, regnet es. Genau das hatten wir uns gewünscht. Aber Augsburg ist eine Stadt der Gläubigen. Ein Stoßgebet zum Himmel hilft. Während wir uns zum Japanischen Garten bewegen, geht dem Himmel das Wasser aus.

Der Japanische Garten in Augsburg

Der Japanische Garten in Augsburg

Der Japanische Garten in Augsburg

Sonnenstrahlen für die mitgebrachten Reflektoren sind allerdings nicht zu sehen. Roland macht, was er kann. Er hat sogar eine Präsentation für die wichtigsten Punkte der Portraitfotografie erstellt und mitgebracht. Volker kann es nicht erwarten und fotografiert bereits, was die Kameras, ja deren zwei, hergeben.

Dann bringt sich Lisa in Position. Roland verünglückt fast beim Versuch, seine Reflektoren auf im Wasser liegenden Felsbrocken in Stellung zu bringen. Aber Roland bleibt gerade noch trocken, und die Reflektoren sind bei dem diffusen Licht ohnehin von untergeordneter Bedeutung. Volkers Kamera glühen bereits, ich muss jetzt doch das Tele aus dem Auto holen.

Ein paar Aufnahmen später sehe ich mein Bild vor mir. Ich warte, bis Volker Luft holen muss – aber dann!

Lisa auf dem Weg

Derweil hat Volker sein Tele wieder im Einsatz. So kommst du auch mal in den seltenen Genuss, mich bei der Arbeit zu sehen.

Der Meister bei der Arbeit

Zum Abschluss noch ein Bild der gut gelaunten Lisa:

Lisa

Weitere Bilder von Lisa findest du im Menü unserer Website unter „Bilder“ in der Kategorie „People“.

Jetzt der Botanische Garten

Lisa verlässt uns, wir spazieren durch den Garten. Edith und Volker voraus.

Volker und Edith

Sehr abwechslungsreich, sehr lehrreich. Beeindruckend: Edith kennt fast jede Pflanze beim Vornamen.

Zum Abschluss noch ein Bild der „Frierenden“. Normalerweise sitzt die Frierende allein, diesmal bibbert aber auch Roland mit ihr.

Die Frierenden

Hier gibt es noch eine Zusammenstellung von Bildern aus dem Botanischen Garten:

Danach gab es köstliche Pizza an einem Ort, den ich alleine niemals wieder finden würde. *Schmatz*

Peter52

Wir haben in Augsburg zweimal auf Peter, den Moderator des NF Clubs, der leider vor kurzem von uns gegangen ist, angestoßen. Er hätte ursprünglich auch dabei sein sollen. Und natürlich auch für Roland, der uns die Tage so aufmerksam begleitet und betreut hat, gab es einen Toast. Mögen noch viele so tolle Treffen folgen!